Montag, 2. September 2013

Halbzeit

Da dieses Wochenende in den USA Labour Day gefeiert wird und ein Grossteil der Amerikaner campen geht, haben wir beschlossen, uns paar Tage im Kaibab National Forest still zu halten, bis die bekannteren Gegenden wieder etwas weniger bevölkert sind. So sind wir also seit letzten Dienstag in der North Rim Gegend (siehe vorheriger Blog) und gehen es gemütlich an. Lesen, schreiben, spazieren oder einfach nur am Feuer sitzen, das ist das Tagesprogramm. 
Fast gleichzeitig wie wir touren liebe Freunde aus Deutschland durch den wilden Westen. Schon länger liebäugeln wir je damit, dass wir uns irgendwo treffen könnten. Nur ist die Kommunikation gar nicht so einfach, weil bei uns auf dem Handy hier oben meist "kein Netz" steht. So beschlossen wir gestern Vormittag spontan, einfach loszufahren auf gut Glück, bis wir smslen können. Und siehe da, auch unsere Freunde sind losgefahren uns entgegen. Wir treffen uns um die Mittagszeit irgendwo im nirgendwo. Wir haben sowieso Zeit, und sie nehmen sich Zeit, so dass wir beschliessen, einen Tag und eine Nacht am nahen Colorado gemeinsam zu verbringen. Es ist eine grosse Freude für uns aber vor allem für mich (Conny), da ich doch schon langsam meine Freunde und sozialen Kontakte ein bisschen vermisse. So geniessen wir das Austauschen, spielen, Steak grillen sehr mitten in der herrlichen Wildnis des USA Westens. Heute Morgen trennten sich unsere Wege wieder, sie südwärts und wir wieder zurück in den "netzlosen" Wald, wo es zurzeit eher kühl und regnerisch ist.


Hier am Colorado gehen die Rafting-Tours durch den Grand Canyon los.

Improvisiertes Baseballspiel...

2x Conny 

Endlich genug Leute, um zwei solche Dinger essen zu können!

Und wieder allein in der Weite...

Grand Canyon North Rim

Nach dem Lake Powell war dann der Grand Canyon dran, jedoch nicht die übliche Seite, der South Rim, sondern der abgelegenere und höher gelegene North Rim (Nordrand). Eigentlich wollten wir über die 89er Süd anfahren, aber infolge eines Erdrutsches war dies nicht möglich. So haben wir den 89er Nord genommen, der nach Kanab und Fredonia führt. Dann ging es südwärts weiter in den riesigen Kaibab National Forest, der auf einem Hochplateau liegt. Nach längerer Zeit in der Halbwüste, fuhren wir nun durch ausgedehnte Wälder, die zwischendurch von Wiesen unterbrochen wurden. Es sah aus wie im Jura oder in Skandinavien. Im kleinen De Motte-Campground konnten wir ruhig verweilen. Am nächsten Tag ging's dann die restlichen Meilen bis zum Nordrand des Grand Canyon. Bei schönstem Wetter konnten wir die grandiose Weitsicht in den Canyon und auf den Südrand geniessen. Kleinere Wanderungen zeigten immer wieder neue Facetten dieser immensen Schlucht auf, die bis 1'300 Meter tief und 20 Kilometer breit ist.







Sonnenuntergang am North Rim des Grand Canyon 

Donnerstag, 29. August 2013

Lake Powell

Der Lake Powell ist einer der grössten Stauseen der USA, der um 1960 gebaut wurde. Er staut den Coloradofluss auf eine Länge von 200 km! Die Uferlänge beträgt über 3'000 km, d.h.  er hat zahlreiche Seitenarme mit wunderschönen Sandsteinfelsen.  Heute ist er ein richtiges Wassersporteldorado für viele Amerikaner. Wir genossen den Campingplatz Wahweap mit Sicht auf diesen See und auch das Schwimmen in Lone Rock. Hier konnten wir gar mit unserem Camper auf den Sandstrand fahren und nur einige Meter weiter tauchten wir ins angenehm warme Wasser des Lake Powell. Wie viele ja wissen, ist Wasser unser Element. Das Wetter war sehr veränderlich, zwischendurch kam das Wasser auch kübelweise vom Himmel herab... 






Eindrücklicher Blick vom Plateau auf den Colorado bei Horseshoe Bend

Montag, 26. August 2013

Mesa Verde - Monument Valley

Nach Canyonlands sind wir am letzten Freitag nordostwärts durch ein herrliches Tal dem Colorado-River entlang Richtung Grand Junction gefahren, das bereits im Staat Colorado liegt. Grand Junction ist eine grosse Kreuzung mitten in the middle of nowhere. Dort hat es alles, was man braucht, um wieder in die Wildnis zu gehen. So haben wir eingekauft, alle Akkus geladen, Wäsche gewaschen und Internet genutzt. Dann ging es weiter durch die San Juan Mountains, ein Teil der Rockys. Hier waren wir nun weg von den grossen Touristenströmen, hier gab es fast nur noch Amerikaner, die mit ihren Jeeps auf den Forststrassen durch die Wälder brausten, offenbar ein verbreiteter Wochenendsport. Wir fanden einen teuren lieblosen Campground in einem Bergdorf auf ca 2400 m ü/M, wo wir die Nacht verbrachten. Wir befänden uns nun in Little Switzerland, so unsere Campingnachbarn! Am Sonntag ging es dann weiter über den Red Mountain Pass von 11018 Feet, dies entspricht 3360 MüM. Jetzt befanden wir uns mitten in einem grossen ehemaligen Gold- und Silberminen Gebiet. Überall waren die Spuren vergangener Zeiten noch sichtbar und Kaffee trinken in einem echten Saloon im Goldgräberdorf Durango durfte nicht fehlen. Auf eine Nostalgiefahrt mit der Dampfeisenbahn haben wir aber gerne verzichtet.



Unser Ziel war aber der Mesa Verde National Park, eine riesengrosse Hochebene. In einigen Canyons davon befinden sich in schwindelnder Höhe unter mächtigen Sandsteinvorsprüngen gut erhaltene Häuser und Dörfer der Anasazi-Indianer. Diese lebten bis ca 1280 dort. Einige dieser Dörfer kann man unter kundiger Führung eines engagierten Rangers besichtigen, das wir auch taten. Auf dem Rückweg zum Campingplatz tauchte plötzlich unweit der Strasse eine Schwarzbärenmutter mit ihren drei kleinen Jungen auf, ein weiterer Höhepunkt dieses langen Tages.




Leider war das Objektiv für diesen Fall zu schwach...

Gestern Sonntag fuhren wir dann weiter durch das Monument Valley nach Page, eine knapp 300 Meilen lange Fahrt an den Lake Powell im Staat Arizona. Leider war das Wetter ziemlich schlecht, so dass wir die Monumente nur eingenebelt fotografieren konnten.



Unterwegs in Mexican Hat gab es am Strassenrand eine schöne Begegnung mit Bob aus Ohio, der vier Wochen mit seiner Harley von Ost nach West und retour fährt...


Sonntag, 25. August 2013

Canyonlands

Canyonlands liegt nur wenige Meilen flussabwärts von Arches, zumeist auf der gleichen Seite des tiefeingeschnittenen Colorado-Flusses. Trotzdem ist es eine andere Welt und auch die zurückgelegten Distanzen sind doch beträchtlich. Dazwischen liegt Moab, wo alles für die Reise erhältlich ist. Um Wesentliches zu sehen, fahren wir zuerst lange auf der kargen Mesa, der Hochebene, bis sich links und rechts die tiefen und breiten Canyons des Colorados und des Green Rivers auftun. Meist fällt die Hochebene gleich senkrecht ab, und in der Tiefe erkennen wir weitere Canyons, die sich nochmals einschneiden, Wege und Fahrspuren . Gegen Abend kehren wir zurück, um im vorgelagerten Dead Horse State Park zu campieren. Auch er ist auf der Mesa, die beidseitig zum Colorado-Fluss abfällt. Ein wiederum ruhiger Ort, mit kleinen Bäumen, mit schönem Sonnenuntergang und -aufgang. Zeit zum Spazieren und zum Sein. Fast schade, dass wir nur eine Nacht hier verweilen können.





Freitag, 23. August 2013

Alltag im Urlaub

Einige Leute wollten schon im voraus wissen, wie wir das wohl 8 Wochen nur zu zweit auf engem Raum aushalten würden. Wir können sagen, dass wir es bis jetzt sehr gut hatten zusammen, und wir uns noch nicht überdrüssig sind. Wir geniessen auch das Alltägliche wie einkaufen, gemeinsam kochen oder besser gesagt gemeinsam grillen. Dann müssen wir Wasser auffüllen, Abwasser ablassen, immer wieder Benzin tanken (unser Ford ist durstig), eine laundry (Wäscherei) suchen, um zu waschen und Tumblern, usw.
Zurzeit beschäftigt es uns, dass Connys Mutter im Spital liegt, und wir zwei Tage lang nicht wussten, ob wir die Reise abbrechen müssen. Heute gab es Entwarnung, worüber wir sehr froh sind. So sind wir in Gedanken oft auch zu Hause.
Abends beenden wir meist den Tag mit einer gemeinsamen Abendliturgie aus dem Buch von Thomas Härry "Deus adest - Gott ist da". So können wir die Sorgen um die Lieben zu Hause immer wieder bei Gott ablegen.


Süsse Maiskolben sehr lange auf dem Feuer gegart sind zurzeit unser Lieblingsessen.


Mc Peter...

 
Ein Frappucino ist oft die Belohnung nach dem Einkauf.




Arches National Park

Die Strecke von Goblin Valley zum Arches war nicht allzu weit für amerikanische Verhältnisse: nur etwa 100 Meilen. Es ging wiederum ziemlich gleichmässig flach durch Utahs Halbwüste nach Moab, ein Städtchen, das unweit vom Parkeingang liegt. Hier konnten wir tanken, einkaufen, Geräte aufladen - geht bestens im Supermarkt, irgendwo gibt es immer eine Steckdose und niemand schien das zu stören - Mails checken, etc.


Schon der Zugang zum Arches war imposant: hohe, rote Sandsteinfelsen säumten die kurvige Strasse. Etwas flacher ging es kilometerweit durch versteinerte Sanddünen zu weiteren Sandsteinmonumenten. Am Ende nach 21 Meilen kommt unser Campingplatz in Sicht: Devils Garden. Wiederum ungemein schön und grosszügig angelegt, aber ohne jeglichen Komfort wie Wasser und Strom. Drei Nächte waren wir dort, und so hatten wir Zeit und Musse, etliche Sandsteinbögen und -Monumente zu erwandern und deren Schönheit und Wucht auf uns einwirken zu lassen. 




Einmal gingen wir bereits nach fünf Uhr morgens los - es war noch dunkel - um den Sonnenaufgang vor Ort zu erleben und der Tageshitze auszuweichen. Aber es hatte sich gelohnt, wir waren alleine beim Double-o-Arch, und die Sonne kam über den Horizont - amazing, how great is God!



Ein anderes Mal gingen wir nachmittags zum Delicate-Arche, es ist wohl der berühmteste der über 2'000 Bögen, die es in diesem Nationalpark gibt. Es besuchen ihn Hunderte täglich, obwohl der Aufstieg ungefähr eine Stunde dauert. 



Die Bilder geben nur ein Hauch des Raumes und der Atmosphäre wieder, die wir aufgesogen und genossen haben, aber immerhin...