Bereits seit fünf Wochen besuchen wir die Sprachschule in Massy - wir kamen doch einigermassen selbstbewusst hier an - schliesslich sind wir Schweizer, schliesslich bekamen wir doch einige Jahre fundierte Französischlektionen während unserer Schulzeit - also so problematisch sollte es wohl nicht sein. So wurden wir auch gleich in die oberste Klasse eingestuft. Na also, dachten wir uns doch. Das werden wir schon hinkriegen. In unserer Schule gibt es fast nur anglophone Schüler und Schülerinnen, die grösstenteils als Anfänger hier ankamen. Neben ihnen kommen wir uns geradezu als Profis vor. Doch oha lätz - ganz so wie durch die Butter geht es dann auch wieder nicht: nach dem ersten Enthusiasmus erfahren wir, dass wir zum Beispiel "voiture" nicht richtig ausprechen können: die Lehrerin unterbricht uns immer wieder: prononciation!! prononciation!!! Und wie war das schon wieder mit dem Subjonctiv: mir scheint, wie ich noch nie davon gehört hätte. Und die Amis neben uns beherrschen diesen Eins A. Wir werden kleiner und kleiner, aber auch gut so: wir wissen, warum wir da sind. Und so beginnen wir hart zu üben und vocabulaire zu büffeln. Und da merken wir plötzlich, dass wir nicht mehr 20 Jahre jung sind - die Verbenliste wird immer länger, und alles scheint gleich zu tönen: métriser, méfier, mépriser, mériter... oder confier, conforter, conformer, consoler, concilier, conserner. Heute ist es im Gedächtnis drin, morgen ist die Hälfte schon wieder weg. Zwei Schritte vorwärts, einer zurück, aber immerhin geht es in kleinen Schritten vorwärts. Véronique, unsere strenge, liebe Lehrerin, korrigiert geduldig, fordert und fördert uns. Es tut gut, wieder Lernende zu sein. Es ist manchmal hart, aber es zeigt mir auch, dass ich noch lebe und dass ich fähig bin, Neues zu lernen. Langsamer als früher, aber es geht noch. Das Beste ist, dass ich weiss, warum ich dies alles auf mich nehme: bald schon geht es los: Nächsten Monat - wir freuen uns!
Wenn die "Gilets jaunes" nicht gerade aktiv sind, bleibt auch noch Zeit, diese schöne Stadt zu erkunden.
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Sonntag, 9. Dezember 2018
Donnerstag, 1. November 2018
Countdown
Nun ist es also soweit - nur noch zwei Tage sind wir in der Casa Emmaus - klar, Ende Jahr gibt es dann noch dies und eis. Aber die eigentliche Gastgeberrolle im Tessin, in der Schweiz streifen wir nun ab - das, nach genau 23 Jahren, 17 Jahre in der Casa Moscia, 6 Jahre in der Casa Emmaus.
Letzten Sonntag wurde es mir bewusst, als ich die letzte grosse Gruppe verabschiedete, nochmals gefühlte 30 Maschinen Wäsche wusch, und es dann plötzlich still wurde im Haus. Das hat doch einige melancholische Gedanken in mir hervorgerufen. Diese Ära geht nun wirklich definitiv zu Ende.
Zu Hause leeren sich die Schränke und Gestelle, in der Küche leert sich der Kühlschrank und die Vorratsschränke. Die Kisten für den Container sind in der Deutschschweiz und warten auf den definitiven Transport Richtung Conakry. Die Koffer und Taschen für Massy, Paris sind auch schon fast fertig gepackt, bald geht es los mit unserem Hyundai Richtung Frankreich. Was für ein Abenteuer bereits jetzt - die Zeit in Frankreich wird für uns eine Art Probe-Auslandaufenthalt sein - noch werden wir viel an Luxus haben, Supermärkte, Restaurants, kostenfreies WiFi und eine funktionierende Dusche. Und doch sind wir dann bereits weit weg und auf uns gestellt.
Nur schon die letzten Monate haben sich für uns gelohnt - der Prozess des Loslassens, des langsam heimatlos werden, im Zwischenraum stehen. Es ist so spannend, Neues zu lernen, Leute mit dem gleichen Anliegen zu treffen, so zum Beispiel im Tropenkurs in Basel. Wieder Lernende zu sein, nicht alles wissen, nicht alles können. Das tut gut. Ob wir das mit der französischen Sprache wohl packen??
Die Gefühle gehen auf und ab - Vorfreude aufs Neue wechselt sich ab mit der aufkommenden Abschiedstrauer - es muss wohl so sein und wird noch länger so bleiben. Aber wir sind nicht allein - unsere Familie, unsere vielen lieben Freunde und unser Vater im Himmel gehen mit da durch.
Letzten Sonntag wurde es mir bewusst, als ich die letzte grosse Gruppe verabschiedete, nochmals gefühlte 30 Maschinen Wäsche wusch, und es dann plötzlich still wurde im Haus. Das hat doch einige melancholische Gedanken in mir hervorgerufen. Diese Ära geht nun wirklich definitiv zu Ende.
Zu Hause leeren sich die Schränke und Gestelle, in der Küche leert sich der Kühlschrank und die Vorratsschränke. Die Kisten für den Container sind in der Deutschschweiz und warten auf den definitiven Transport Richtung Conakry. Die Koffer und Taschen für Massy, Paris sind auch schon fast fertig gepackt, bald geht es los mit unserem Hyundai Richtung Frankreich. Was für ein Abenteuer bereits jetzt - die Zeit in Frankreich wird für uns eine Art Probe-Auslandaufenthalt sein - noch werden wir viel an Luxus haben, Supermärkte, Restaurants, kostenfreies WiFi und eine funktionierende Dusche. Und doch sind wir dann bereits weit weg und auf uns gestellt.
Nur schon die letzten Monate haben sich für uns gelohnt - der Prozess des Loslassens, des langsam heimatlos werden, im Zwischenraum stehen. Es ist so spannend, Neues zu lernen, Leute mit dem gleichen Anliegen zu treffen, so zum Beispiel im Tropenkurs in Basel. Wieder Lernende zu sein, nicht alles wissen, nicht alles können. Das tut gut. Ob wir das mit der französischen Sprache wohl packen??
Die Gefühle gehen auf und ab - Vorfreude aufs Neue wechselt sich ab mit der aufkommenden Abschiedstrauer - es muss wohl so sein und wird noch länger so bleiben. Aber wir sind nicht allein - unsere Familie, unsere vielen lieben Freunde und unser Vater im Himmel gehen mit da durch.
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